Dienstag, 27.01.2015

Chau, Ecuador! Para siempre en mi corazon.. (Day 136)

Ich bin seit gestern Mittag wieder zuhause. Mit dem Flug lief alles super und ich kam gutgelaunt und aufgeregt am Frankfurter Flughafen an, nachdem wir in Bogota zwischengelandet sind. Wie erwartet habe ich gemischte Gefühle in Bezug auf meine Rückkehr.. Einerseits bin ich wirklich glücklich und erleichtert wieder in Deutschland zu sein, aber andererseits ist mir Ecuador so sehr ans Herz gewachsen und ich vermisse jetzt schon die Menschen, die ich dort kennengelernt habe. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass meine letzten zwei Wochen in Ecuador einfach unbeschreiblich schön waren und einen perfekten Abschluss gebildet haben. Nachdem mein Vater in Quito angekommen ist, haben wir gleich zwei Tage später den Flug nach San Cristobal, Galapagos genommen. Galapagos besteht aus vielen kleinen Inseln, wobei San Cristobal, Santa Cruz und Isabella die Hauptinseln sind. Auf San Cristobal erlebten wir unsere ersten Wow-Momente: Unendlich viele Seelöwen, die am Strand, auf der Straße und auf Parkbänken liegen und kein Stück Angst vor Menschen haben, sodass man sich ihnen nähern konnte; Menschen, die weitaus freundlicher als in Quito sind und eine Vielfalt von Vögeln (darunter tausenden Darwinfinken), Iguanas (Leguanen) und Unterwassertieren. Unser Highlight auf der Insel war ein Schnorchelgang, der sich als unvergesslich herausstellte. Nur wenige Meter vom Strand entfernt sahen wir zahlreiche Stachelrochen und auch Meeresschildkröten (!!!). Für uns beide ein Schock, der aber noch getoppt werden würde. Unser Ziel war es ein Last-Minute-Angebot für eine Kreuzfahrt zu finden, wobei man sich mehrere Inseln mit einem Guide angucken könnte. Die Suche danach war nicht so einfach, da wir mitten in der Hauptsaison auf Galapagos ankamen. Letztendlich fanden wir eine viertätige Tour auf einem wunderschönen Boot, die „Fragata“, wo wir mit 14 anderen Passagieren vier Tage verbrachten und uns drei Inseln anschauten. Wieder einmal hatten wir super Glück, einerseits mit den anderen Passagieren und mit dem, was wir beim Schnorcheln gesehen haben. Darunter mehrere Haie, Meeresschildkröten, Pinguine, Meeresleguanen und einen MANTA-ROCHEN, der mindestens 4 Meter groß war. Er war nur ein paar Meter neben uns und ich erschrak so sehr bei seinem Anblick. Sowas zu sehen ist halt irgendwie irreal. Man kennt es aus Filmen oder Fotos, aber wenn man es mit seinen eigenen Augen sieht, dann ist es trotzdem was ganz anderes! Nach der Cruise blieben wir noch eine Woche auf den Inseln. Wir verliebten uns in „Isabella“, eine sehr große und besondere Insel. Dort gab es viele junge Menschen, tolle und saubere Strände und auch ein interessantes Nachtleben ;-). So verbrachten wir entspannte Tage am Strand und lernten interessante Leute kennen. Als wir die Insel verließen, war es fast, als würde mein sein Zuhause verlassen, denn nach nur 4 Tagen kannten wir schon so viele Einheimische und Touristen, dass es schwer war auf der Straße rumzulaufen, ohne angesprochen zu werden. Es ging wieder auf Santa Cruz, wo wir die Cruise gebucht haben. In unseren letzten zwei Tagen machten wir dort Wanderrungen und besuchten Orte wie „Tortuga Bay“, einen endlos langen Strand aus Puderzuckersand oder gingen in dunklen Schluchten schnorcheln. Mein Vater hatte noch zwei Tauchgänge, die er als unvergesslich beschrieb und so konnten wir nach zwei Wochen glücklich und zufrieden Heim fliegen, ohne Reue Sachen verpasst zu haben. Wir hatten noch einen ganzen Tag in Quito, wo ich meinen Papa in die Altstadt geschleppt habe, die ihm glücklicherweise gefallen hat. So sind wir auf die Basilika (Basilika del Voto National) geklettert, wo ich an meinem zweiten Tag auch war. Ein perfektes Ende meiner Auslandszeit.

Tja, das war dann wohl der letzte Eintrag in meinem Blog. Danke an alle, die ihn verfolgt haben, die Kommentare und nette Worte hinterlassen haben. Danke an meine Familie und Freunde, die mich unterstützt haben und ein besonderes danke an meinen Papa, der mir den schönsten Fleck auf der Erde noch schöner gemacht hat. Es hat mich so gefreut, dass andere an meinen Erlebnissen teilhaben! Ich habe unendlich viel gelernt, nicht nur Spanisch, sondern auch über das Leben. Ich schätze alles, was ich in Deutschland habe, mehr als je, auch wenn es „nur“ eine Spülmaschine, heißes Wasser oder Sicherheitsgurte im Auto sind. Trotzdem, das, was ich erlebt habe, kann mir keiner nehmen und wenn ich zurückschaue, war es einfach eine unglaubliche Zeit. Passt auf euch auf! Besos, Lara

Samstag, 10.01.2015

Abschied nehmen.. (Day 119)

So, es ist soweit. Heute habe ich mein Projekt im Krankenhaus nach 14 Wochen beendet, meine Sachen gepackt und mich von den Leuten, die mir so unglaublich ans Herz gewachsen sind, verabschiedet. Ich dachte es würde einfacher sein. Mein letzter Krankenhaustag war ein perfekter Abschluss: jetzt habe ich schon oft Fäden gezogen und kann den Ärzten oft assistieren. Habe auch bei einem kleinen Eingriff zugesehen, es wurde eine Zyste aus dem Fuß entfernt. Aber irgendwann, kurz bevor mein Arbeitstag endete, merkte ich, dass ich plötzlich mit den Tränen gekämpft habe. Es war ziemlich krass, denn plötzlich konnte ich es nicht mehr unterdrücken und versuchte mich in einer Ecke zu verstecken mit nassen Wangen, doch alle Ärzte haben es gesehen. Sie hatten nur warme Worte für mich, wünschten mir Glück, sagten mir, dass ich nicht gehen soll. Ich war so gerührt und bin unendlich glücklich, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Auch hätte ich am Anfang niemals gedacht, dass es mir mal so gut gefallen könnte! Und das Beste ist: die Freiwilligenarbeit hat mir noch tausend Mal mehr bestätigt, dass ich Ärztin werden will. Abends haben wir dann noch mit den Volunteers zusammen gekocht und ich musste mich leider verabschieden, was nicht einfach war. Ich werde alle hier sehr vermissen und bin sehr dankbar, so tolle Leute kennengelernt zu haben!!! Es ist grade halb 4 Uhr morgens und mein Vater ist grade bei mir in der Wohnung angekommen. Morgen haben wir einen Tag in Quito um noch mal unseren Trip zu planen, und dann geht’s hoffentlich nach Galapagos. Das ist mein letzter Eintrag für die nächsten 2 Wochen, ich schreibe dann, wenn ich wieder in Deutschland bin. Danke an alle Leute, die mich in dieser Zeit unterstützt haben, ob aus Deutschland oder hier Vorort. Es war eine unvergessliche Erfahrung für mich und Ecuador wird immer in meinem Herzen einen wichtigern Platz haben. Bis in 2 Wochen, Lara

Samstag, 03.01.2015

Feliz año! (Day 112)

Frohes neues Jahr! Das wohl seltsamste Neujahr meines Lebens, denn Ecuador hat ganz spezielle Traditionen an Silvester. Es werden hier schon Tage im Voraus Puppen in allen verschiedenen Größen gebastelt, die wie echte Menschen des öffentlichen Lebens, Comic- oder Filmfiguren aussehen. Diese sogenannten „ano viejos“ („altes Jahr“) werden dann an Silvester abends verprügelt und verbrannt. Damit wird das alte Jahr mit all seinen negativen Dingen verabschiedet. Auch verkleiden sich Männer als Frauen und ziehen durch die Straßen, betteln um Almosen. Dahinter steht der Gedanke, dass die „Witwen“ Geld für die Beerdigung ihres verstorbenen Mannes erbitten, wobei der Verstorbene für das Jahr steht. Ziemlich verrückt meiner Meinung nach, aber ich fand das alles auch total witzig. In unserem Krankenhaus und vor unserer Haustür wurden auch Puppen aufgestellt. Wir Volunteers haben uns den Abend aber etwas europäischer gestaltet: Abends trafen wir uns zum Raclette, welches einfach fantastisch war (endlich guter Käse!!!). Alle haben etwas mitgebracht und die Stimmung war super. Um kurz vor Mitternacht sind wir auf die Straße gegangen, wo wir eigentlich eine Parade erwartet haben. Da in Ecuador Silvester aber um Mitternacht eigentlich mit der Familie zu Hause gefeiert wird, war nichts los auf den Straßen. Also sind wir noch schnell zum „Plaza Foch“ gerannt, der bei uns in der Nähe ist und das Zentrum von „La Mariscal“, dem Touristenviertel (auch Gringolandia genannt, weil es dort so viele Gringos=Amerikaner/Weiße gibt), darstellt. Dort war relativ viel los, auch wenn es fast nur Touris waren. Kein Problem, es gab trotzdem ein Feuerwerk und die Puppen wurden verbrannt. Viele Menschen sind auch über das Feuer drüber gesprungen. Nach Mitternacht sind wir dann noch alle ins gute alte „Attic“, unseren Lieblingsclub hier. Ich bin froh, Silvester auch mal anders verbracht zu haben und bin immer wieder von den Traditionen Ecuadors erstaunt.

Der erste Januar wurde fast nur auf der Couch verbracht, denn wir alle waren ziemlich kaputt. Jedoch war der Tag darauf ganz besonders für mich. Ich bin wieder im Krankenhaus gewesen und habe meine erste 24-Stunden-Schicht mitgemacht! Der Plan war eigentlich, dass die Ärzte mich wieder in den OP mitnehmen, aber es gab einfach keine einzige OP! Trotzdem bin ich nicht heimgefahren und habe sogar im Krankenhaus übernachtet. Es war fantastisch! Mir wurde in den vielen Stunden beigebracht, wie man näht (keine Sorge, nur an einem Tuch und nicht am Patienten). Dabei hat man mir 5 verschiedene Stiche gezeigt, die ich dann gleich stundenlang geübt habe. Ich bin mit den Ärzten zur Visite, habe geholfen die Akten zu vervollständigen, habe Rezepte mit einer Ärztin geschrieben und war sogar in der Notaufnahme. Zwischendurch war ich auch 2 Stunden in einem anderen Krankenhaus, dem „Hospital Eugenio Espejo“, weil wir eine Patientin dorthin verlegt haben. Das bedeutete also, dass ich einen kleinen Ausflug mit dem Krankenwagen gemacht habe. Mitten in der Nacht fragten mich die Ärzte dann, was ich noch lernen will. Als ich sagte „Blut abnehmen“ hielten sie mir plötzlich alle ihre Arme hin und ich nahm (nach etwas Protest) einem Arzt Blut ab. Que loca, mi vida! Da das Krankenhaus so gut wie leer war, konnten wir dann doch noch ein paar Stunden schlafen. Um circa 9 Uhr morgens bin ich zu Hause gewesen, und war wirklich sogar über 24 Stunden im Krankenhaus. Ich habe gesehen, dass viel mehr zum Arztberuf gehört, als nur der Patientenkontakt. Viel Papierkram, viele nächtliche Stunden am PC und unzählige Anrufe sind nicht wegzudenken. Witzig fand ich aber, dass ich gestern wirklich viel gegessen habe, denn Gaby, Meg (beides junge Ärztinnen) und ich waren bestimmt 3 Mal in irgendwelchen Restaurants. Denn, wie sie mir erklärten, lautet die wichtigste Regel, wenn man im Krankenhaus arbeitet: „Wenn du nur einen kurzen Moment Zeit hast – GEH ESSEN! Du weißt nämlich nicht, wann du das nächste Mal dazu die Zeit finden kannst“. Ich war allen Ärzten so dankbar, dass sie mir wieder die Möglichkeit gaben, von ihnen zu lernen. Also wollte ich ihnen ein kleines Geschenk geben, was ziemlich schwer war. Etwas schweren Herzens entschied ich mich, ihnen die Schokolade aus Deutschland zu schenken, die meine Mutter Daniela für mich mitgegeben hat. Volltreffer! Sie waren begeistert und alles war nach kurzer Zeit weg. Die nächste Stunde füllte sich dann durch viel hysterisches Lachen, als die Ärzte versuchten die deutschen Wörter auf den Packungen, wie „aus echter Alpenmilch“, zu lesen.

Gleich treffe ich mich dann mit den anderen Volunteers. Ich glaube, ich werden nur noch einen Eintrag am Ende der Woche schreiben, bevor ich mit meinem Vater dann Quito verlasse. Denn am Montag beginnt meine letzte Krankenhauswoche und meine letzte Woche in der Wohnung, ES GING SO SCHNELL! Viele Grüße, eure (glückliche) Lara

Dienstag, 30.12.2014

Countdown (Day 108)

Es geht langsam aber sicher zu Ende... Noch weniger als 2 Wochen und ich beende mein Projekt, ziehe aus der Wohnung aus und reise mit dem Rucksack durchs Land. Es ist ein komisches Gefuehl, zu wissen, dass ich hier meine "Ersatzfamilie" verabschieden muss und nicht mehr in dem Zimmer schlafen werde, wo ich ueber 4 Monate gewohnt habe. Einerseits freue ich mich wieder auf ein neues Abenteuer mit meinem Vater und danach darauf ins sichere, saubere und pasasitenfreie Deutschland zurueckzukehren, andererseits habe ich Ecuador so ins Herz geschlossen und werde es vermissen, spanisch zu sprechen. Vielleicht geht es mir jetzt wie bei so vielen Sachen im Leben: wenn sie zu Ende gehen, dann merkt man erst wirklich, wie sehr man daran haengt. Da ich nicht mehr viel Zeit hier habe, haben Lea (die eine Woche nach mir fliegt) und ich beschlossen, in den naechsten Tagen noch alles hier in Quito zu machen, was uns noch fehlt. Dazu gehoert (wie ihr es euch vielleicht schon denken koennt) besonders viel essen gehen, aber auch noch Mitbringsel fuer zu Hause zu kaufen und am Wochenende nochmal wegzufahren. Bald werde ich nicht mehr fuer einen Euro einen frisch gepressten Mango-Maracuya-Saft trinken koennen (den ich in diesem Moment gerade auch trinke), oder 25 cent fuer den Bus zahlen.

Ich bin sogar etwas traurig, nicht mehr im Krankenhaus zu arbeiten. Das haette ich am Anfang nie gedacht! Aber heute hatten ich wieder ein Erfolgserlebnis im Krankenhaus. Ich durfte Faeden ziehen!!!! Der Arzt, der mich von der Station schon ein bisschen kannte, rief mich zu sich und zeigte mir, wie es ging. Ich freue mich schon so sehr auf Medizinstudium!
Morgen ist schon Silvester und wir sind soweit ich weiss fast die letzten, die ins neue Jahr rutschen. Wir feiern hier in Quito, muessen zum Glueck am Donnerstag und Freitag nicht arbeiten!

 

Liebe Gruesse, 

Lara

Montag, 29.12.2014

Feliz Navidad aus Mompiche! (Day 106)

Verspätet wünsche ich euch allen erstmal FROHE WEIHNACHTEN! Ich hoffe ihr hattet wundervolle Tage. Mein Weihnachten war dieses Jahr ziemlich besonders, denn wir haben am Strand gefeiert! Dienstagabend haben Freda, Lea, Felix, Jessy, Isa, Susan und ich uns mit dem Nachtbus auf den Weg nach Mompiche über Esmeraldas gemacht, die Fahrt war meine beste bisher. Weil alles wegen dem Feiertag ausgebucht war, haben wir uns auf zwei Hostels verteilt. Es folgten 3 super entspannte und schöne Tage. Heiligabend sind wir in ein uns empfohlenes Restaurant gegangen, leider waren wir aber ziemlich enttäuscht. Nicht schlimm, denn wir kehrten ins Hostel zurück, saßen in Hängematten und plötzlich: Jessy und Isabel überraschen uns mit Geschenken! Für jeden etwas Individuelles. So habe ich Ohrringe und ein Armband in den Farben Schwarz-Weiß-Rot bekommen (Frankfurter wissen, was das bedeutet ;) ) bekommen. Wir waren alle so gerührt! Insgesamt haben wir Volunteers uns auch beschenkt, wir haben gewichtelt und meine WG hat sich gegenseitig auch noch was geschenkt. Die Menschen, die ich hier kennengelernt habe, sind so lieb, so gütig. Ich werde sie vermissen, denn nach so vielen Wochen zusammen kann man uns auch eine „kleine Familie“ nennen… Jeden Vormittag sind wir zu unserer kleinen Bucht gelaufen, haben dort stundenlang gelegen und uns gebräunt (aber diesmal hab ich mich mehr als genug eingecremt!!!), sind schwimmen gegangen oder haben einfach gelesen oder geredet. Abends haben wir zusammen gekocht (Tütennudelsuppe, haha) und bis spät zusammen gesessen. Freitag sind wir dann zum berühmten „Playa Negra“, ein, wie der Name schon sagt, Strand mit schwarzem Sand, der an der Haut wie Schlamm abfärbt. Dieser Strand war wirklich wunderschön und wir konnten es nicht lassen, unsere Haut schwarz „anzumalen“. Abends haben wir den Bus zurückgenommen, leider konnte ich gar nicht schlafen, aber da wir um 4 Uhr morgens in Quito ankamen, hatte ich genug Zeit mich dann zu Hause zu erholen. Samstag war Fredas letzter Tag . Deswegen mussten wir natürlich abends noch mal richtig tanzen gehen! Also ging es in die „No Bar“, wo wir bis 3 Uhr morgens tanzten (auch Salsa!). Heute gab es dann ein Abschiedsfrühstück für Freda. Als sie abgeholt wurde, konnte sie die Tränen auch nicht unterdrücken. Es ist immer wieder komisch und traurig, Leute zu verabschieden. Und Freda wird hier wirklich fehlen!!! Bald bin ich auch dran, nämlich in genau 2 Wochen. Deswegen werde ich in den nächsten zwei Wochen noch alles machen, was ich hier noch nicht gesehen und gemacht (und natürlich gegessen) habe. Ich habe mich entschieden, für die restliche Zeit auf meiner Station, der „Consulta Cirugia“ zu bleiben, denn ich kenne jetzt dort viele Ärzte und auch manche Patienten. Die Krankenschwerster Gladys, mit der ich jeden Tag arbeite, vertraut mir und lässt mich so viel alleine machen, deswegen lohnt es sich für mich nicht mehr zu wechseln. Bis sehr bald, eure Lara

Dienstag, 23.12.2014

100 Tage in Ecuador (Day 101)

Bald ist es schon rum.. Was heißt bald, aber nur noch um die 5 Wochen, dann ist meine Zeit hier in Ecuador auch um.. In 19 Tagen werde ich aus der Wohnung ausziehen und mit meinem Vater rumreisen. Die letzten Tage waren so ereignisreich und unglaublich. Am Freitag hatte ich hohen Besuch aus Deutschland: Daniela, die wie Familie für mich ist, kam für einen Tag nach Quito und ich hab sie in der Altstadt getroffen, während sie dort eine Stadtführung mitgemacht hat. Trotz des strömenden Regens war es wirklich schön Daniela zu sehen. Dazu kam noch, dass meine Mutter ihr ein kleines Survival-Packet für mich zusammengestellt hat, mit Weihnachtsplätzchen, Milka-Schokolade und Fertigsaucen (THANKS, MOM!). Samstag war Kims letzter Tag, also bin ich mit ihr zum Artesanal und abends haben wir einen Film- (und Trink-)Abend mit den Castillo-Mädels gemacht. Danach sind wir dann noch in die Attic Bar gegangen. Aber ich bin früh gegangen, denn Sonntag war ein sehr sehr wichtiger Tag für mich. Morgens sind wir erst im „Magic Bean“ Pancakes frühstücken gegangen und haben dann Kim verabschiedet.. Mit ihr habe ich 14 Wochen zusammengewohnt.. Aus meiner Anfangs-WG bin ich nun die Einzige, die übrig ist. Ich hatte in den letzten Tagen auch manchmal schlechte Laune, denn der Gedanke, dass ich von all meinen Freunden hier in Ecuador diejenige bin, die bis jetzt am längsten da ist, hat mich auch traurig gemacht. Ich hab hier schon viele Freunde verabschiedet, besonders schwer war es bei meinen WG-Mädels (Gesa, Carina, Kim). Aber zum Glück gibt es zurzeit auch super nette Leute hier! Nachdem wir Kim verabschiedet haben, bin ich mit dem Taxi ins Krankenhaus gefahren, denn zwei Ärzte hatten mir angeboten, mich am Sonntag in den OP mitzunehmen. Diese Chance musste ich einfach wahrnehmen. Um circa 2 Uhr war ich im Krankenhaus, habe mich dann mit der Internistin, Gaby, getroffen, die mir OP-Kleidung gab und mich in den OP gebracht. EINER DER BESTEN TAGE MEINES LEBENS FOLGTE VON DA AN: Ich war in 3 OPs, bei zwei von ihnen durfte ich sogar mithelfen (!!!!). Bei der ersten OP wurde einem 16-jährigen Jungen ein Hoden entfernt. Das war so krass, denn ich habe theoretisch alleine mit dem Urologen operiert, nur noch ein Anästhesist und eine Krankenschwester waren im Zimmer. Darauf folgten zwei Appendektomien, bei einer von denen durfte ich auch helfen. Klammern halten, Blut absaugen, Fäden abschneiden. Ich war wie in einem Rausch.. 10 Stunden war ich im Krankenhaus, hab in der ganzen Zeit nichts gegessen (hatte auch keinen Hunger), und stand stundenlang im OP, ohne mich zu bewegen. Es war unglaublich, ich habe einfach keine Worte. Gerade tendiere ich auch viel mehr zur Chirurgie als zur Pädiatrie. Ich bin allen Ärzten so dankbar, dass sie mir alles erklärt haben und mir diese Möglichkeit gaben. Ich war der glücklichste Mensch der Welt an diesem Abend, als ich um 22 Uhr zu Hause war. Obwohl der Tag so viel Anstrengung mit sich brachte, habe ich davon nichts gespürt (Adrenalin!!!). Montagabend bin ich mit Toni, Felix und David, unserem ecuadorianischem Freund, ins „Vista Hermosa“ gefahren. Es war traumhaft schön: ein Restaurant auf einem Berg mit einer Sicht über ganz Quito (bei Nacht). Dort hatte ich meine erste „Chocolate caliente con queso), also Heißeschokolade mit geschmolzenem Käse. Nicht ganz mein Ding. Als dann ein Mann seiner Freundin an einem Tisch neben uns einen Heiratsantrag gemacht hat, war der Abend perfekt. Alle haben geklatscht. Heute Abend fahre ich nach Mompiche, also an den Strand. Samstag komme ich zurück. Felix, Toni, Freda, Jessy, Isa, Susan und ich werden dort Weihnachten feiern. Ich wünsche euch allen wunderschöne Weihnachten und ein frohes Fest! Eure Lara

Freitag, 19.12.2014

Cuenca (Day 96)

Endlich habe ich auch Cuenca, die bekanntlich schönste Stadt Ecuadors, erkundet! Freitagabend sind Freda, Lea, Jessy und Isa und ich die 9-stündige Busfahrt angetreten, die überraschenderweise ziemlich angenehm war. In Cuenca bemerkten wir dann zu unserer Überraschung, dass es viel wärmer als erwartet war. Zunächst sind wir ins Hostel „Yacumama“ eingecheckt, welches von Schweizern geführt wird und ganz im Inka-Stil designed ist. Die Stadt ist nämlich dafür bekannt, dass dort Inka-Ruinen sind, das Stadtzentrum selbst aber im wunderschönen Kolonialstil ist und somit eine Vielfalt an Kunst und Architektur zu bieten hat. Im Hostel haben wir dann gleich einen Rösti gefrühstückt, wenn schon, denn schon!! Da das Wetter so schön war, buchten wir direkt eine Bustour durch die Stadt, die wirklich toll war. Witzig war auch, dass wir mit anderen Ecuadorianern im Bus saßen, die dauernd Fotos mit uns Deutschen machen wollten und sich auch in unsere Bilder eingeschlichen haben. Mich stört es auch nicht mehr so sehr, wenn man Fotos mit uns machen will, da bin ich nun abgehärtet. Den Rest des Tages sind wir durch die Stadt gelaufen, die überschaubar ist aber viel sauberer, leerer und ruhiger als Quito. Unter anderem haben wir uns an den Fluss gesetzt, uns einfach entspannt und gequatscht (war auf jeden Fall eine super Gruppe, mit denen das Reisen einfach ist und Spaß macht). Abends haben wir uns dann in ein Restaurant gesetzt und sind letztendlich 5 Stunden geblieben, weil wir uns so verquatscht haben und die Atmosphäre so schön war. Der nächste Morgen begann früh, denn Ingapirca stand auf dem Tagesplan! Ingapirca, was aus dem Quichua so viel wie „Inka Mauern“ heißt, sind die Ruinen einer Inkastätte, welche aus mehreren Tempeln, Häusern und Werkstädten bestand. Dort fuhren wir circa anderthalb Stunden hin und buchten uns eine Tour, welche eine Stunde dauerte. Es war wirklich interessant zu sehen, wie fortschrittlich die Inkas schon waren und wie sehr sie die Natur anbeteten. Das ist zum Beispiel daran zu erkennen, dass die ganze Stätte die Form eines Pumas hatte, der für sie (mit der Schlange und dem Vogel) die Natur des Menschen präsentierte. Nach der Fahrt zurück liefen wir noch etwas durch die Stadt und genossen die letzten paar Stunden vor der Abreise. Natürlich waren wir noch mal in unserem Lieblingsrestaurant! Die Fahrt zurück war leider der Horror: eiskalt, holprig und ungemütlich.. Nachtbusfahren wird nie meine Lieblingsbeschäftigung sein. Um 5 Uhr morgens sind wir in Quito angekommen und sofort ins Bett gefallen. Ob Cuenca die schönste Stadt Ecuadors ist, weiß ich nicht, aber ich hab mich sehr sicher gefühlt und bin super froh, die Stadt gesehen zu haben, besonders mit so netten Leuten. Sie wirkte auf mich aber eher europäisch oder spanisch, als ecuadorianisch. Am Montag dann, hatte unser Mann in der WG, Felix, Geburtstag. Da er unbedingt darauf bestand, dass wir nicht feiern und auch kein großes Ding draus machen, sind wir trotzdem abends mit ihm ins „Fried Bananas“ essen gegangen (Wiederholungsbedarf!). Er wurde trotzdem mit einem Kuchen überrascht und ich bin mir sicher, dass er sich gefreut hat, auch wenn er seinen Geburtstag hasst. Ansonsten war die Woche entspannt: mir gefällt die Cirugia Consulta ziemlich gut, aber heute war fantastisch! Meine Krankenschwester erklärte mir, wie man Spritzen gibt, denn dafür gibt es anscheinend Techniken. Dafür durfte ich dann in ein Bettlacken die Spritze hineinspritzen, welcher einen Patientenarm darstellen sollte. Es war ganz witzig und ich habe mich total gefreut, dass sie gemerkt hat, dass ich mehr lernen will als nur Vitalzeichen zu messen und die Patienten hineinzurufen. Ich hab sie sogar umarmt, haha! Außerdem war heute ein Kochwettbewerb in der Schule, wo man etwas aus seinem eigenen Land kochen sollte. Ein deutscher Kartoffelsalat hat gewonnen! Dieses Wochenende bleiben wir hier, denn es ist Kims letztes Wochenende.. Unglaublich, ich habe jetzt 14 Wochen mit ihr zusammengewohnt! So schnell vergeht die Zeit. In etwas mehr als 3 Wochen werde ich auch meine Sachen packen und mich von allen verabschieden, dann geht das Reisen erstmal mit meinem Vater weiter! Die Vorfreude ist groß. Liebe Grüße, Lara

Finally saw Cuenca this weekend, a city south of Quito, famous for the Inca ruins and the beautiful city wit colonial architecture and art. Friday night we took the bus to Cuenca and checked into our hostel which belongs to people from Switzerland. The spoke German with us and served us a “Rösti” for breakfast. After that we took a bustour though the city and it was sooo hot! Also sat by a river and talked for hours. The next day we saw “Ingapirca”, the Inca ruins. It was so interesting imagining how Inca people lived there. The bus ride back was awful, much too cold and incomfortable. Monday was also Felix’ birthday. We went out for a really nice dinner with him and surprised him with a cake. Today the language school organised a cooking contest, it was really fun trying all the international food and a German potato salad won! This weekend we are staying here because Kim is leaving. Lots of love, Lara

Montag, 15.12.2014

Vor genau 3 Monaten… (Day 90)

 … hab ich mich in den Flieger nach Quito gesetzt. Das war der 12te September, heute ist der 12te Dezember.. Es geht so schnell vorbei! Seit Montanita hatten wir ziemlich entspannte Tage in Quito. Einerseits lag das daran, das wir vom Wochenende so ausgelaugt waren, dass wir gar nicht anders konnten und andererseits, weil wieder eine riesen Krankheitswelle uns erreicht hat, die mich leider diesmal nicht übersprungen hat. Während ein paar Deutsche zurzeit an der Volunteer-Krankheit, also einer Magen-Darm-Entzündung, leiden (ist nicht schön mit anzusehen), ich habe aber eher was am Hals, vermutlich eine Mandelentzündung.. Aber ist nicht so schlimm, da ich das oft kriege bin ich es gewohnt! Sonst war die Woche bis jetzt aber ganz cool: Am Dienstag haben wir mit den anderen Volunteers einen Empanada-Abend gemacht. Zum ersten Mal haben wir auch Schoko-Empanadas gemacht, die einfach super waren! Doch ich glaube ich kann nie wieder über Essen schwärmen, denn ich habe heute Abend das beste Sushi meines Lebens gehabt.. Kim, Lea und ich wurden von unseren ecuadorianischen Freunden, David und Roz, ins „Noe“ eingeladen, ein super schönes und elegantes Restaurant etwas weiter weg von uns. Sie haben uns abgeholt und wir waren einfach baff, denn wir ernähren uns hier wie die ärmsten Studenten und waren etwas überfordert von der schönen Atmosphäre und dem genialen dort. Die Arbeit läuft zurzeit ganz gut, die Cirugia Consulta gefällt mir mehr als die Bettenstationen. Hier habe ich auch ziemlich viel zu tun. Ich mache die Patientenvorbereitung, also rufe die Patienten herein (das ist bei manchen Namen hier so gut wie unmöglich und dazu noch ziemlich witzig), messe die Vitalzeichen und übergebe sie den Ärzten. Besonders jetzt habe ich gemerkt, wie sehr sich mein Spanisch jetzt verbessert hat. Heute durfte ich bei einem kleinen Eingriff zusehen, die Ärzte waren sehr nett und ließen mich genau neben ihnen stehen und zugucken, erklärten mir auch Sachen wenn ich gefragt habe. Eine Frau hatte ein Lipom zwischen den Augenbrauchen, dieses wurde unter örtlicher Betäubung entfernt. Sonst ist leider nichts Aufregendes passiert, außer, dass sich mein ganzer Körper vom Sonnenbrand geschält hat, sodass ich die Haut einfach an einem Stück abziehen konnte (seeehr aufregend, haha!). Bis in 7 Wochen, Lara <3

I got a bit sick, I think it’s tonsillitis.. However, I feel way better than many other volunteers right now, who probably ate something wrong and now have gastroenteritis. Tuesday we made empanadas with cheese and some with chocolate in the Castillo-Apartment. Today however, I had the best sushi of my life. Lea, Kim and I were invited by our Ecuadorian friends, David and Roz, to “Noe”, a very good sushi restaurant. It was more than amazing! Unfortunately, no Ladies-Night for me because I just don’t feel well enough. Work is going well right now! In the “Cirugia Consulta” I am allowed to bring the patients inside, then measure vital signs, all without someone controlling me! Especially now I notice how much my Spanish has improved. Love, Lara <3

 

Sonntag, 07.12.2014

Montanitaaaaa! (Day 85)

Totmüde und erschöpft bin ich wieder in Quito. Donnerstagabend sind Fabio, Lea, Kim und ich an die Küste gefahren, nach MONTANITA! Die kleine Stadt ist hier wie das Mallorca Ecuadors. Tausende Backpacker, Hippies und Aussteiger leben und feiern dort rund um die Uhr. Die Atmosphäre ist unglaublich und ich bin ehrlich gesagt traurig, wieder im kühlen, regnerischen Quito zu sein. Donnerstag um 21 Uhr sind wir zum Bahnhof gefahren. Wir hatten keine Bustickets, kein Hostel gebucht, egal, hier kann man doch spontan sein! Zwar haben wir nicht die Tickets bekommen, die wir wollten, dafür aber welche über Guayaquil, eine riesengroße Stadt. Die Fahrt dauerte um die 8 Stunden, danach in Sta Elena umsteigen, noch mal 2 Stunden fahren um dann endlich im sonnigen Montanita anzukommen. Dort fanden wir direkt für 7,50 Dollar ein Hostel und gingen erst mal für 2 Dollar Burger essen (Tut mir leid, dass ich immer so viel von Essen schreibe, aber ich bin einfach immer noch so glücklich, wie toll und günstig das Essen ist!!!). Dann blieben wir viele Stunden am Strand, der so schön ist. Die Stadt ist für ihre vielen Surfer bekannt, die die perfekten Wellen ausnutzen. Mit außergewöhnlich sauberem Wasser und einem perfekten Strand entspannten wir uns von der ewig langen Fahrt. Das bereue ich aber jetzt zutiefst, denn obwohl ich mich eingecremt habe, habe ich den schrecklichsten Sonnenbrand meines Lebens. Man unterschätzt diese Sonne einfach immer wieder. Leider ist der Sonnenbrand dazu auch nicht gleichmäßig, sodass ich einen fetten weißen Kreis um den Bauch herum habe, der Rest ist krebsrot. Sogar meine Füße sind verbrannt, sodass ich nicht richtig laufen kann. Also ein Tipp an alle, die mal nach Ecuador wollen: 100er Sonnencreme gibt es hier überall zu kaufen, tut es bitte!! Nach dem Abendessen (Rastapan <3) war dann natürlich Party machen geplant. Man kann nicht nach Montanita, ohne Party, die Stadt verwandelt sich nachts in eine riesen Party. Die verrücktesten Menschen treffen sich dort und in Mitten davon zu sein ist schon ein Besuch Wert. Man denkt zwischendurch man ist in Jamaika, denn überall hängen die jamaikanischen Flaggen und Fotos von Bob Marley, hunderte Typen mit Dreadlocks. Unsere Nacht war ein voller Erfolg, bis wir um 4 Uhr erschöpft ins Bett fielen. Unteranderem waren wir in einem Club, dessen Boden mit Sand bedeckt war, sodass man das Gefühl hatte, direkt am Strand zu tanzen. Am Ende entspannten wir mit den Hippies am Strand vorm Lagerfeuer während viele ihre Instrumente auspacken und tanzten. Der nächste Tag (Samstag) war auch schon unser letzter Tag dort. Nach einem genialen Frühstück legten wir uns an den Strand (und ich mich in den Schatten), Fabio mietete sich ein Surfbrett und wir ließen uns Henna-Tattoos machen. Jetzt habe ich für zwei Wochen eine kleine Eidechse an der Hüfte. Leider war die Rückfahrt der Horror, ich habe keine Sekunde geschlafen.. Um 5 Uhr morgens sind wir in Quito angekommen und sofort ins Bett. Sonntag ist deswegen unser Ausruhtag, besonders weil ich immer noch so Schmerzen vom Sonnenbrand habe. Morgen gehe ich im Krankenhaus auf eine neue Station, die „Cirugia Consulta“. Bin gespannt! Frohen Nikolaus, Lara

 

Beach-weekend in Montanita with Lea, Kim and Fabio! A little city famous for its parties, beach and surfers. Many hippies live there and sell things like jewellery. Thurday night we took the night bus to Guayaquil, then to Sta Elena and then to Montanita, took over 11 hours all in all. But it was worth it. We spend many hours on the beach where I got an awful sunburn, also ate a lot and at night partied until 4 AM. The next day we went to the beach (I sat in the shade), Fabio surfed and we got Henna-Tattoos. For the next two weeks I will have a little Gecko on my hip. At 5 AM we arrived in Quito, dead-tired. A great few days. Tomorrow I will work in a new department, hope it will be good! Love, Lara

Dienstag, 02.12.2014

Fiestas de Quito (Day 79)

Fiestas de Quito (Day 79) So, ich melde mich nach einer vollen und aufregenden Woche wieder! In dieser Woche begannen die „Fiestas de Quito“. Drei Wochen lang wird die Gründung Quitos mit Konzerten, Auftritten und Parties gefeiert. Mittwoch war ich mal wieder im Kochkurs der Schule, denn es wurde „Mote“ gekocht: Damit ist ein spezieller Mais hier gemeint, der mit Fleisch serviert wird. Es war super lecker, auch wenn es etwas komisch aussieht. Gestärkt ging es dann Mittwoch auf die Ladies-Night, leider um festzustellen, dass unser Lieblingsclub, das Attic, immer noch geschlossen ist. Zum Glück haben wir Volunteers mit unserer Top-Lage im Touristen- und Partyviertel ganz schön viel Auswahl. Also sind Toni, Freda, Kim, Lorenz, Felix und ich in die No Bar. Nach ein paar Stunden trafen wir dann dort auch zufällig Matthias (der deutsche BWL-Student, den wir damals im Café besucht haben) und seine deutschen Freunde getroffen. Nervig war nur, dass ich zurzeit im Apartment die Einzige bin, die arbeiten muss. Kim hat ihr Praktikum beendet, Toni und Lorenz haben Schule. Also durfte ich schön um 6 Uhr morgens aufstehen. Zum Glück macht mir die Arbeit in der Physiotherapie wirklich Spaß, sodass ich das in Kauf nehme. Donnerstag war ein besonders schöner Tag, denn meine Wohnung und das Castillo-Apartment haben zusammen Thanksgiving gefeiert! Es ging uns nicht wirklich um das Fest, aber es ist immer schön zusammen zu kochen und den Abend zusammen zu verbringen. Kim hat wie immer die Planung des Essens übernommen und Hut ab, es war fantastisch! Es gab: (so was ähnliches wie) Süßkartoffelpüree, Kürbissuppe, Gemüseauflauf, Guacamole, Devil’s Eggs und Bohnen. Zum Nachtisch etwas Eis mit exotischen Früchten wie Uvilla (Physalis), Pepino Dulce, Guave, Pitahaya usw.. Ein gelungener Abend! Das Wochenende begann mit dem Beginn der Fiestas de Quito. Dazu mussten wir natürlich in die Altstadt, wo eine Parade sein sollte. Unsere ecuadorianischen Freunde, David, Miguel und Rozwan, meinten aber, dass es zu viele Taschendiebe dort gäbe, also sind wir zu „La Ronda“, der ältesten Straße Quitos, ganz im kolonialen Stil. Sie ist wunderschön und viel sicherer als früher, wo hauptsächlich dort mit Drogen gehandelt wurde. Wir haben uns mit den Castillo-Mädels (unteranderem die neuen Frankfurterinnen, Isabel und Jessy) und unseren Ecuadorianern in die Bar „Azucar“ gesetzt. Es gab Live-Musik und wir waren die einzigen Ausländer. Wir haben unmengen von Canelasso getrunken (8 Liter?) und Salsa getanzt. Wenn ich eine Sache sagen kann, dann ist es, dass Ecuadorianer zwei Sachen gut können: Trinken und Tanzen! Sobald ein Salsa Lied gespielt wird, stehen alle Leute auf und zeigen was sie können. Ich könnte mir manche Paare den ganzen Abend anschauen, sie haben es wirklich in den Genen. Um 5 Uhr Samstagmorgens aufstehen fand ich natürlich dann auch nicht super, aber egal, denn endlich ging’s nach MINDO! Einem Dorf, wo viele Hippies zu finden sind, man eine wunderschöne Wasserfallwanderung machen kann und auch Raften gehen kann. Da ich diese Sachen schon in Banos gemacht habe, wollte ich nur für einen Tag dort hin (einem Fresstag). Kim und ich sind nach zweistündiger Busfährt durch den Urwald endlich angekommen und natürlich zuerst frühstücken gegangen. Uns wurde tausendmal das Deutsche Frühstück empfohlen, in einem Café, das von einer deutschen Auswanderin betrieben wird. WOW!!! Endlich wieder gutes Brot und Nutella.. Es war auf jeden Fall super. Da wir auch von dem Brownie gehört haben, haben wir uns den natürlich geteilt. Danach sind wir zur berühmten „Mariposario“, der Schmetterlingsfarm.. Eines der wünderschönsten Sachen, die ich je gesehen habe. Tausende Schmetterlinge fliegen um einen herum, man darf sie in die Hand nehmen. Mit etwas Bananenmatsch auf den Fingern ging das aber einfacher. Zunächst hatte ich ein bisschen Angst, da ich noch nie einen Schmetterling in der Hand hatte, aber das Gefühl ist überwältigend und Kim und ich haben 2 Stunden lang die Schmetterlinge besichtigt. Ecuador hat Unmengen an Schmetterlingen, manche sind riesig und sehen fast aus wie gigantische Motten. Irgendwann haben wir dann Kindern geholfen, sie auf die Hand zu nehmen. Doch wir mussten auch schon weiter. Nach einem Jugo habe ich endlich den berühmten Quinoa-Burger von Mindo probiert. Für die, die es nicht wissen: Quinoa ist eine Art Korn oder Hirse, die schon von den Inkas verwendet wurde. Sie wird hier in Südamerika super oft gegessen (2013 ist übrigens das „Jahr der Quinoa“). Ich kannte es schon aus Deutschland. Ich glaube, das war der beste Burger, den ich je hatte, sodass Kim und ich uns noch einen geteilt haben. Burger ohne Fleisch kann so lecker sein! Danach sind wir zur Schokofabrik gegangen und haben dort noch einen Brownie gegessen (der viel besser war!). Um 5 Uhr ging der Bus nach Hause. Eigentlich waren wir noch auf eine Party von einem Kumpel von Matthias eingeladen, waren aber viel zu müde um hinzugehen. Sonntag konnten wir „leider“ nicht ausschlafen, denn wir waren mit dem Tamayo-Apartment zum Frühstücken im „Pancake House“ verabredet. Natürlich habe ich Pancakes genommen. Grund für das Treffen war, Luisa zu verabschieden, die 8 Wochen in Ecuador war und davon zwei Wochen unter uns gewohnt hat. Sie war unendlich traurig zu gehen. Das Wetter war perfekt, weswegen wir danach noch in den Park sind. Wegen den Fiestas gab es dort Konzerte, viele Essensstände usw.. Wir haben eine Flamenco-Show und eine Hip Hop-Show uns angesehen. Es war der erste Advent. Unglaublich, Dezember und stechende Hitze! Das Castillo-Apartment hat uns zum Adventsessen eingeladen und sie haben ihre Wohnung so weihnachtlich geschmückt. Dort haben wir uns auch schon zum Wichteln verabredet. Diese Woche bin ich die einzige Freiwillige im Krankenhaus! Unglaublich, denn es gab eine Zeit, da waren wir so viele im Umkleideraum, dass es keinen Platz mehr gab. Grund ist, dass viele ihren Medizinkurs haben und viele auch schon fertig sind. Ich hab auch schon 8 Wochen Krankenhausarbeit geschafft! Ich arbeite noch eine Woche in der Physio, denn es gefällt mir so gut und ich liebe meine Kolleginnen, Mireya und Estefy. Diese Woche wird bestimmt etwas entspannter. Liebe Grüße ins eiskalte Deutschland! Lara

  

Really full week in Quito. Wednesday I went to the cooking class in the school again. We made “Mote”, a typical corn from here with meat. It was delicious. After that we went to the No Bar because it was Ladies night. Thurday we had a Thanksgiving dinner with many volunteers. We cooked together and it was delicious! Kind of a sweet potato mash, beans, guacamole, devil’s eggs and baked vegetables. On Friday the “Fiestas de Quito” started, three weeks of party to celebrate the foundation of Quito. With our Ecuadorean friends we went to the old city and spend the evening in a bar. It was so much fun and we drank a lot of Canelasso. Unfortunately, I had to get up at 5 AM with Kim because we drove to MINDO! A little city about two hours away. Many hippies are there and it’s just really familiar. First we had a super German breakfast and a brownie. Then went to a butterfly farm which was more than amazing. We stayed two hours and let butterflies sit on our hands. Had to compare the first brownie to the one in a chocolate factory , so we had another brownie (which was way better) and then drove home. Sunday morning had breakfast with another apartment to say goodbye to Luisa who was here 8 weeks. Because the weather was amazing we went to the park where there were concerts and food stands. In the evening we had dinner with the girls from the Castillo-Apartment. I have another week of working in the Physiotherapy, I love it!! I think this week will be more relaxed. Love, Lara

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